Hansi Heldenschwein und Eddy Eismann

Vorlesegeschichte Nr. 13

Jeden Mittwoch kommt Eddy Eismann im Sommer mit seinem Eiswagen zum Seerosen-Kindergarten gefahren. Er kommt nie zu einer festen Uhrzeit. Mal kommt er vormittags und mal nachmittags. Aber Eddy hat eine Klingel am Eiswagen, die er betätigt, wenn er angefahren kommt. Wenn die Klingel zu hören ist, wissen die Kindergartenkinder, dass Eddy Eismann vor der Tür steht!

 

Doch diesen Mittwoch ist kein Klingeln zu hören. Erst am späten Nachmittag fällt es Bo auf einmal auf: „Nora, Eddy Eismann ist heute gar nicht hier gewesen.“ „Stimmt es ist schon spät und wir werden gleich abgeholt“, antwortet Nora verwundert. Nora und Bo warten bis ihre Eltern kommen und schauen ob Eddy Eismann heute vielleicht später kommt. Aber als sie von ihren Eltern abgeholt werden, ist von Eddy Eismann immer noch nichts zu sehen. Vielleicht ist er ja heute krank. Nora und Bo haben sich vorgenommen, am nächsten Mittwoch nach Eddy Ausschau zu halten.

 

Als es dann Mittwoch eine Woche später ist, setzen sie sich morgens zusammen mit Hansi Heldenschwein neben den Kindergarteneingang ans Fenster. Von dort beobachten sie wann Eddy Eismann kommt. In der Zeit, in der sie warten, puzzeln sie und hören Hansi zu wie er lustige Geschichten erzählt.

 

„Da, Eddy Eismann kommt angefahren!“, ruft Hansi Heldenschwein. „Aber er ist gar nicht zu hören!“, wundert sich Nora. „Was ist mit seiner Klingel?“ Die drei winken ihm zu und rennen los zu Sina. Sie sagen ihr Bescheid, dass Eddy Eismann da ist. Auch Sina ist verwundert, weil sie die Klingel des Eiswagens nicht gehört hat. Sie trommelt alle Kinder und die anderen Erzieher zusammen. Dann laufen alle zusammen nach draußen.

 

„Eddy, deine Klingel war nicht an!“, ruft Bo ihm zu. „Wir haben dich gar nicht kommen hören.“ Ganz überrascht von der Nachricht antwortet Eddy Eismann: „Ich habe aber doch auf den Knopf für die Klingel gedrückt.“ Er probiert es noch einmal aus und merkt, dass sie nicht funktioniert. „Meine Klingel ist kaputt. Deswegen seid ihr wahrscheinlich letzte Woche nicht raus gekommen. Ich habe mich schon gewundert.“

 

Also war Eddy Eismann letzte Woche doch da. Nur haben sie ihn nicht hören können, weil seine Klingel nicht funktioniert. „Warum hast du nicht gemerkt, dass deine Klingel kaputt ist?“, fragt Nora. „Weil ich die Klingel immer drücke, wenn ich noch am Fahren bin und da habe ich immer die Fenster zu. Ich höre die Klingel also nie selbst.“ Eddy Eismann gibt allen ein Eis, ruft mit seinem Handy bei einer Werkstatt an und erklärt sein Problem.

„Wie bitte? Sie brauchen zwei Wochen, um die Ersatzteile zu besorgen?“, hören Nora, Bo und Hansi Eddy Eismann in das Telefon rufen.

 

Nach dem Telefonat erklärt Eddy, dass die Klingel erst in zwei Wochen repariert werden kann. In der Zeit braucht er eine Übergangslösung. Sonst kann er zwei Wochen kein Eis verkaufen. Schließlich würde ja keiner hören wie er angefahren kommt. „Hansi Heldenschwein hat bestimmt eine Lösung für das Problem“, sagt Bo. „Dürfen Bo, Hansi und ich mit Eddy Eismann losfahren und eine Lösung finden?“, fragt Nora Sina. Sina erlaubt es.

 

Nun sitzen Nora und Bo neben Eddy Eismann im Eiswagen. Hansi sitzt bei Bo auf dem Schoß und hat auch schon eine Idee. „Wir brauchen etwas, das Eddy zwei Wochen als Ersatzklingel benutzen kann. Es muss laut genug sein, damit ihn jeder hören kann. Die Feuerwehr hat doch laute Sirenen an ihren Feuerwehrwagen! Wenn Eddy Eismann so eine hätte, würden ihn alle hören“, sagt Hansi Heldenschwein. „Das ist eine super Idee“, jubelt Eddy Eismann. Er tritt aufs Gas und düst los zur Feuerwehrwache.

 

„Es tut mir leid, aber ihr dürft kein Martinshorn haben“, sagt der Feuerwehrhauptmann, nachdem sie ihm Eddys Problem erklärt haben. „Was ist ein Martinshorn?“, fragt Bo verwundert. „Wir möchten bloß so ein Tatütata-Ding haben.“ „Das was ihr da oben am Feuerwehrwagen seht, wo das Tatütata rauskommt, wird Martinshorn genannt“, erklärt der Feuerwehrhauptmann. „Und warum dürfen wir so eins nicht haben?“, fragt Nora verärgert. „Weil nur Einsatzfahrzeuge wie zum Beispiel Feuerwehrwagen, Krankenwagen oder Polizeiwagen so ein Martinshorn haben dürfen. Für alle anderen Fahrzeuge ist es verboten ein Martinshorn zu benutzen, weil es ein Warnsignal ist. Würde Eddy Eismann das Tatütata benutzen, würden die Menschen denken, es gäbe einen Notfall“, erklärt der Feuerwehrhauptmann. „Dann brauchen wir wohl etwas anderes für Eddy,“ grübelt Bo.

 

Hansi Heldenschwein denkt wieder nach. Es dauert nicht lange, da hat er eine andere Idee: „Wir müssen zu einem Fahrradladen fahren. Die haben doch immer ganz viele Klingeln!“ „Das ist eine super Idee!“, ruft Eddy Eismann. Sie hüpfen alle wieder in den Eiswagen und düsen los zu einem Fahrradladen.

 

Als sie in einen Laden gehen, probieren Nora, Bo und Eddy verschiedene Klingeln aus, die an einer Wand hängen. Rrrrring rrring macht die Klingel von Nora, tuuut tuuut macht die Klingel von Bo. „Diese Klingeln dürfen wir zwar benutzen, aber sie sind viel zu leise. Wenn ich so eine Klingel nehme, könnt ihr mich im Kindergarten nicht hören. Sie sind nicht laut genug für meinen Eiswagen.“, sagt Eddy enttäuscht.

 

Hansi denkt wieder nach. Das Martinshorn wäre laut genug gewesen, aber durften sie nicht benutzen. Die Fahrradklingeln dürften sie benutzen, aber sind zu leise. Nur was ist laut genug und darf von Eddy Eismann als Klingel benutzt werden? Da hat Hansi eine neue Idee: „Lasst uns zum Bauernhof von Bauer Benno fahren! Der Bauer hat doch Kühe und diese haben Kuhglocken am Hals. Vielleicht können wir ja so eine haben!“ „Das ist eine super Idee!“, ruft Eddy Eismann. Schnell fahren sie zusammen zum Bauernhof.

 

Dort angekommen, erklären sie Bauer Benno das Problem und Hansis Idee. „Oh ja! Natürlich könnt ihr eine meiner Kuhglocken haben“, sagt Bauer Benno. „Darf Eddy Eismann die Kuhglocke auch benutzen oder ist die nur für Kühe?“, fragt Nora. „Die heißen zwar Kuhglocken, aber es gibt keine Regel, die besagt, dass nur Kühe sie benutzen dürfen“, lacht Bauer Benno. „Ist die Kuhglocke auch laut genug?“, fragt Bo. „Eine Kuhglocke ist so laut wie ein Presslufthammer!“, antwortet Bauer Benno. „Das ist auf alle Fälle laut genug!“, freut sich Eddy Eismann. Jetzt haben sie einen Ersatz für Eddys Klingel gefunden, der laut genug ist und den sie benutzen dürfen.

 

Zusammen gehen sie mit Bauer Benno in eine große Scheune. In der Scheune liegt viel Stroh und ein großes Regal steht an einer Wand. Bauer Benno wühlt in dem Regal bis er eine große Kuhglocke in der Hand hält und meint: „Die kannst du nehmen Eddy. Die hat einen Griff zum Halten.“

 

Endlich haben sie eine Lösung gefunden. Als sie zurück zum Kindergarten fahren, probieren sie es gleich aus. Eddy Eismann kurbelt sein Autofenster runter und streckt den Arm mit der Kuhglocke in der Hand aus dem Fenster. Dann fängt er an sie zu schütteln. Laut bimmelt sie und schon kommen alle aus dem Kindergarten nach draußen gelaufen. „Es funktioniert!“, jubelt Eddy Eismann laut. „Da ihr letzte Woche kein Eis bekommen habt und Nora, Bo und Hansi mir geholfen haben, dass Problem zu lösen, dürfen heute alle ein zweites Eis bekommen!“ Da ist die Freude der Kinder und Erzieher groß, als sie ein zweites Eis in den Händen halten.

 

Fröhlich gehen sie wieder in den Kindergarten und Hansi Heldenschwein springt auf seine Ausruh-Schlummermatte. Da macht er es sich gemütlich und träumt von den vielen leckeren Eissorten, die Eddy Eismann in seinem Wagen hat. 

 

 

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Das Hörbuch:



Habt ihr diesen Sommer schon Eis gegessen? Habt ihr sogar schon mal einen Eiswagen gesehen? Erzählt es Hansi. Dann wird er sich sehr freuen! 

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