Hansi Heldenschwein und die Flaschenpost

Vorlesegeschichte Nr. 15

Der Wind weht leise und die Sonne scheint vom hellblauen Himmel als Hansi Heldenschwein auf seiner kunterbunten Ausruh-Schlummermatte am Strand liegt. Es sind Sommerferien und Hansi macht Urlaub an der Nordsee. Zusammen mit Noras und Bos Familien sind sie mit dem Auto ans Meer gefahren. Während Hansi sich gemütlich sonnt, planschen Nora und Bo im Wasser.

 

Auf einmal rufen Nora und Bo ganz laut: „Hansi! Hansi!“ Sofort öffnet Hansi die Augen und sieht wie die beiden auf ihn zugelaufen kommen. Bo hält etwas in der Hand. Doch Hansi kann noch nicht sehen was es ist. Erst als die beiden vor ihm halten, erkennt er es. Bo hält eine Flasche in seiner Hand. „Ihr habt ja eine Flaschenpost gefunden“, sagt Hansi erstaunt. „Da steckt eine Nachricht drin“, ruft Nora aufgeregt.

 

Bos Papa hilft Nora, Bo und Hansi die Flasche aufzumachen. Dann zieht Bo einen Zettel heraus und zeigt ihn Hansi. Hansi liest die Nachricht vor, die auf dem Zettel steht: „Lieber Leonard, die Schildkröte ist gut angekommen. Danke, dass du ihr geholfen hast. Liebe Grüße Gabi.“

 

„Wer ist Leonard?“, fragt Bo. „Ich weiß es nicht.“, antwortet Hansi. „Wir müssen die Botschaft an Leonard weitergeben!“, ruft Nora. „Sonst weiß er nicht, dass die Schildkröte gut angekommen ist.“ Hansi und Bo nicken. Nora hat recht, sie müssen die Flaschenpost an Leonard übergeben. Doch wer ist Leonard? Hansi Heldenschwein denkt nach, wie sie Leonard finden können. „Wir kennen uns hier gar nicht aus“, flüstert Nora bedrückt. „Ich kenne hier an der Nordsee niemanden.“ Da hat Hansi eine Idee. „Aber ich kenne hier jemanden. Mein Cousin Heino Hafenschwein wohnt hier an einem Hafen. Wir müssen ihn bloß finden. Er wohnt hier bereits so lange, dass er hier viele Leute kennt und uns ganz bestimmt helfen kann.“

 

Zusammen mit ihren Familien fahren Nora, Bo und Hansi an den Hafen. Während Nora und Bos Eltern und ihre Geschwister ein Eis essen, dürfen Nora, Bo und Hansi losziehen und Heino Hafenschwein suchen. Sie laufen durch den Hafen und schauen sich um. Auf ihrem Weg sehen sie viele Menschen, Boote und auch ein paar Möwen. Doch ein Schwein sehen sie nicht. „Haau Ruck! Haau Ruck!“ hören sie mit einem Mal von einem Schiff. An der Vorderseite des Schiffes steht ein Name: Vertraute Liebe. „Das ist aber ein komischer Name für ein Schiff“, findet Bo. „Haau Ruck!“ hören sie wieder. „Die Stimme kenne ich doch!“, ruft Hansi fröhlich.

 

In dem Moment sehen sie ein kleines Schwein, das auf dem Schiff steht und mit ein paar Matrosen an einem Seil zieht. Das Schwein hat ein blau weiß gestreiftes T-Shirt an und eine Matrosenmütze auf. „Cousin Heino!“, ruft Hansi hinauf auf das Schiff. Heino Hafenschwein schaut hinunter und entdeckt Hansi, Nora und Bo. „Beim Klabautermann!“ brüllt Heino Hafenschwein aufgeregt. „Mein alter weiser Cousin Hansi Heldenschwein!“

 

Heino springt vom Schiff herunter und fällt Hansi in die Arme. Arm in Arm springen sie im Kreis und lachen und grunzen laut.

Erst als sie aufhören zu kichern, stellt Hansi Heino seine beiden Freunde Nora und Bo vor.

 

„Moin, moin! Freut mich euch kennenzulernen, Kameraden.“ jubelt Heino Hafenschwein und umarmt die beiden. „Heino, wir sind hier, weil wir einen Leonard suchen, der einer Schildkröte geholfen hat. Kennst du ihn?“ Heino denkt nach, doch leider kennt er keinen Leonard, der einer Schildkröte geholfen hat. „Aber vielleicht kennt Möwe Momo ihn“, sagt Heino entschlossen. „Möwe Momo dreht immer seine Runden über den Hafen und hat dadurch immer alles im Blick. Ich bringe euch zu ihm.“

 

Gemeinsam gehen sie die Promenade des Hafens entlang. Sie kommen an vielen Schiffen vorbei. Auf einer Bank am Wasser entdeckt Heino die Möwe Momo. „Moin, Möwe Momo, kennst du einen Leonard, der einer Schildkröte geholfen hat?“, fragt Heino Hafenschwein. „Nein, ich kenne keinen Leonard, der einer Schildkröte geholfen hat.“, antwortet die Möwe. „Aber wenn ihr wen sucht, fragt Ratte Ralf. Ratte Ralf dreht immer seine Runden auf dem Festland des Hafens und hat dadurch immer alles im Blick. Ich bringe euch zu ihm.“

 

Gemeinsam gehen sie die Promenade des Hafens entlang. Sie kommen an vielen Schiffen vorbei. Neben einem Mülleimer am Wasser entdeckt die Möwe Ratte Ralf. „Moin, Ratte Ralf, kennst du einen Leonard, der einer Schildkröte geholfen hat?“, fragt Möwe Momo. „Nein, ich kenne keinen Leonard, der einer Schildkröte geholfen hat.“, antwortet die Ratte. „Aber wenn ihr wen sucht, fragt Fisch Franki. Fisch Franki dreht immer seine Runden im Wasser und hat dadurch immer alles im Blick. Ich bringe euch zu ihm.“

 

Gemeinsam gehen sie die Promenade des Hafens entlang. An einem Bootsanleger halten sie an und Ratte Ralf wirft einen Stein ins Wasser. Da taucht ein großer Fisch auf.  „Moin, Fisch Franki, kennst du einen Leonard, der einer Schildkröte geholfen hat?“, fragt Möwe Momo. „Nein, ich kenne keinen Leonard, der einer Schildkröte geholfen hat.“, antwortet der Fisch und taucht wieder unter.

 

„Die Möwe hat in der Luft alles im Blick. Die Ratte hat an Land alles im Blick. Und der Fisch hat im Wasser alles im Blick. Doch keiner von ihnen kennt Leonard. Wie sollen wir ihn dann bloß finden?“, fragt Hansi Heldenschwein grübelnd. „Lasst nicht den Klüver hängen. Wir finden Leonard!“, ruft Heino Hafenschwein aufmunternd.

 

Sie setzen sich ans Wasser und denken nach. Plötzlich taucht Fisch Franki wieder auf. „Moin, ihr Halunken. Als ich wie immer meine Runden im Wasser drehte, habe ich eine Schildkröte getroffen. Da fragte ich sie nach Leonard. Sie sagte mir, dass alle Schildkröten Leonard kennen. Schließlich hat er der kleinen Schildkröte Susi geholfen. Folgt mir ich bringe euch zu ihm.“

 

Aufgeregt laufen sie am Ufer entlang. Fisch Franki schwimmt durch das Wasser. Er schwimmt so dicht unter der Oberfläche, dass sie ihn sehen können. Dann hält er an. „Dort in dem Kiosk findet ihr Leonard, den Schildkrötenretter!“, ruft Fisch Franki und schwimmt davon. Sie schauen sich den Kiosk an und gehen vorsichtig hinein. Hinter einer Theke steht ein Mann und putzt Gläser. Als sie ihn nach Leonard, den Schildkrötenretter fragen, zeigt er auf einen kleinen Jungen, der an einem Tisch sitzt und malt.

 

Sie gehen zu ihm herüber und Hansi spricht ihn an: „Bist du Leonard, der Schildkrötenretter?“ „Ja, das bin ich.“, antwortet er. „Wir haben eine Botschaft für dich“, sagt Nora und reicht ihm die Flaschenpost. Gespannt holt Leonard den Zettel aus der Flasche und liest die Nachricht. Da grinst er ganz breit und lacht: „Danke, dass ihr mir die Nachricht gebracht habt. Ich habe mich die letzten Tage gefragt, ob es Schildkröte Susi wohl gut geht.“

 

Dann erzählt Leonard was passiert war: „Ich mache mit meiner Familie hier an der Nordsee Urlaub und spiele gerne am Hafen.“ „Ach du bist zu Besuch hier. Deswegen kannten die Möwe, die Ratte und der Fisch dich noch nicht.“ Leonard erzählt weiter: „Vor ein paar Tagen entdeckte ich ein kleines Schildkrötenmädchen hinter diesem Kiosk. Sie hatte große Angst und meinte, sie würde das Meer suchen. Also half ich ihr und brachte sie zum Wasser. Dann verabschiedete sie sich und schwamm ins Meer hinaus. Sie sagte zum Abschied, dass sie zu ihrer Freundin Gabi schwimmt, die weit weg in einem anderen Hafen wohnt. Ich bin froh, dass ich nun weiß, dass sie gut angekommen ist.“

 

Nachdem sie Leonard endlich gefunden haben und ihm die Nachricht überbringen konnten, gehen sie zurück zu Noras und Bos Familie. Dort verabschiedet sich Heino Hafenschwein und geht wieder zurück zu seinem Schiff: „War mir eine Freude euch kennenzulernen, ihr Landratten. Bis bald Cousin Hansi Heldenschwein.“

 

Am Abend legt sich Hansi Heldenschwein auf seine kunterbunte Ausruh-Schlummermatte, die in einem Ferienhaus am Fenster liegt. Von dort kann er hinaus aufs Meer sehen und träumt von dem Schildkrötenretter Leonard und der kleinen Susi.

 

 

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Das Hörbuch:



Ward ihr schon einmal am Meer? Oder wo habt ihr bereits Urlaub gemacht?

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